iNTELLiGENT iNVESTiEREN: Wochenrückblick 08/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Texas Pacific Land, Comfort Systems, Rheinmetall, Almonty Industries, Quanta Services


Und nun hat TPL seine Quartalszahlen präsentiert und die kamen gut an: Obwohl die realisierten Preise gegenüber dem Vorquartal um 14% auf 29,33 USD/boe zurückgingen, stieg der konsolidierte Umsatz um 4% auf einen Rekordwert von 211,6 Mio. USD. Der Treiber war das Volumen, So erreichte die Öl- und Gasproduktion einen Rekordwert von 37,5 kBoe/d und die Einnahmen aus dem Wasserverkauf explodierten um 36% gegenüber dem Vorquartal auf 60,7 Mio. USD. Während der Nettogewinn aufgrund höherer Abschreibungen aus jüngsten Akquisitionen mit +2% ggü. dem Vorquartal weitgehend unverändert blieb, belegte TPL, dass das Volumenwachstum das deflationäre Preisumfeld überkompensieren kann.

Besonders bemerkenswert ist das Wassersegment. Denn Wasserdienstleistungen und -betrieb sind nicht mehr nur ein Stabilisator für die Geschäftszahlen, sondern haben sich zu einem Wachstumsmotor entwickelt; sie machen bereits 21% vom Umsatz aus. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorquartal um 36% auf 60,7 Mio. USD, angetrieben durch ein Tagesvolumen von erstmals über 1,0 Mio. Barrel. Dieser hiermit erzielte margenstarke Cashflow diversifiziert TPL weg von der reinen “Kohlenwasserstoffpreisgestaltung”. Und profitabel ist das Ganze auch noch: Basierend auf dem Nettogewinn des Wassersegments im Jahr 2025 von 159 Mio. USD und einem Umsatz von 307 Mio. USD erzielt das Segment bereits eine Marge von 51,7%.

Der Free Cashflow blieb im 4. Quartal mit 118,9 Mio. USD allerdings “nur” weitgehend stabil nach 122,9 Mio. USD im 3. Quartal und 130,1 Mio. USD im 2. Quartal. Der Rückgang ist teilweise auf gestiegene Investitionsausgaben (28,7 Mio. USD gegenüber 18,6 Mio. USD im 3. Quartal) zurückzuführen, da TPL in den Ausbau der Wasserinfrastruktur und die neue Bolt Data-Initiative investiert. Dies ist also kein Zeichen operativer Schwäche, sondern der Investition in künftige Umsatz- und Gewinnströme geschuldet.

Die Gesamtbetriebskosten stiegen um 15% auf 62,3 Mio. USD. Während ein Großteil davon auf nicht zahlungswirksame Abschreibungen und Amortisationen (21,9 Mio. USD gegenüber 15,0 Mio. USD im 3. Quartal) im Zusammenhang mit neuen Akquisitionen zurückzuführen ist, wird der Betrieb des Unternehmens mit der Erweiterung der Vermögensbasis strukturell teurer – installierte Infrastruktur muss gewartet und betrieben werden. Dem stehen die zusätzlich erzielten Einnahmen gegenüber.

Die bereinigte EBITDA-Marge lag im 4. Quartal mit 84% nur marginal unter den vorherigen 85%. Trotz niedrigerer realisierter Preise bleiben die Margen also auf hohem Niveau; das Geschäftsmodell mit geringen Fixkosten schützt die Rentabilität auch bei Preisdruck auf der Umsatzseite.

Doch die Entwicklung der Öl- und Gaspreise bleibt der wesentliche Einflussfaktor auf die Geschäftszahlen. Die realisierten Preise für Erdgas brachen auf 0,66 USD/Mcf ein und NGLs fielen auf 17,92 USD/bbl. Wenn die Volumina stagnieren, während die Preise weiterhin niedrig bleiben, wird das Umsatzwachstum versiegen. Aber… sollten die Preise wieder anziehen, wovon mittelfristig ja auszugehen ist, dann sorgt das deutlich höhere Volumen zu einem sehr starken Anstieg bei Cashflow und Gewinnen.

Die Bilanzstruktur hat sich in diesem Quartal kräftig verändert. TPL ist weiterhin nettoschuldenfrei und kann daher seinen Cashflow anderweitig nutzen – zum Beispiel für Akquisitionen. Zuletzt erwarb TPL mittels Barakquisition 17.306 Netto-Lizenzgebühren-Acres im Wert von 450,7 Mio. USD und investierte 50 Mio. USD in Bolt Data & Energy. Die Barreserven sanken daher von 369 Mio. USD auf 145 Mio. USD, aber TPL sicherte sich durch den Zukauf Sachanlagen, die sofort zu einem Produktionswachstum von 28% gegenüber dem Vorjahr beitrugen. Entsprechend ist das Gesamtvermögen von 1,248 Mrd. USD auf jetzt 1,623 Mrd. USD gestiegen.

TPL hat sich also von der Cash-Hortung verabschiedet und ist zum aggressiven Kauf von Wachstumsaktiva übergegangen. Dabei werden neue Flächen erworben, die entweder bestehende so ergänzen, dass bessere Fördermöglichkeiten entstehen, oder aber neue Geschäftsfelder erschlossen werden können (wie Datacenter).

Erfreulich ist die Entwicklung der Dividende, denn TPL will im März mit 0,60 USD je Aktie 12,5% mehr ausschütten als bisher. (Auch) dies signalisiert Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Cashflows trotz des reduzierten Kassenbestands.

Meine Einschätzung: Texas Pacific Land hat sich längst vom One Trick Pony (ÖL- und Gas-Royalties) zu einem diversifizierten Einkommensgenerator entwickelt. Die Investitionen in das Wasserbusiness zahlen sich inzwischen kräftig aus und der Shift in Richtung KI-Rechenzentren ist grenzgenial: in West-Texas gibt es Energie, Wasser, und Flächen ohne Anwohnerkonflikte. Im Erfolgsfall kann TPL also Energie zum Betrieb der Datenzentren liefern, das Wasser für die Kühlung und man verdient auch noch an den Flächenpachten.

Die sektorweit vergleichsweise hohe Bewertung schreckt mich überhaupt nicht, weil TPL noch immer ein Asset light-Business betreibt und es gelingt, aus demselben Land mehr und mehr Geld zu ziehen. Daher habe ich kürzlich meine Restposition wieder deutlich aufgestockt und wurde nun bereits die zweite Woche infolge mit zweistelligen Kurszuwächsen belohnt. So kann es gerne weitergehen…

Quanta Services: Energieinfrastruktur ist gefragter denn je

Ebenfalls Quartalszahlen vorgelegt hat Quanta Services und dabei bewiesen, dass es der Hauptnutznießer des KI-getriebenen Strombedarfszyklus ist. Der Umsatz stieg im 4. Quartal um 20% auf 7,84 Mrd. USD und der Auftragsbestand erreichte einen Rekordwert von 44,0 Mrd. USD. Während die Margen im Elektro-Segment im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgingen, gelang dem Untergrundsegment eine bemerkenswerte Trendwende in der Rentabilität. Das Management bringt dies ausdrücklich mit der “Modernisierung und Erweiterung kritischer Infrastruktur” in Verbindung, die für das Lastwachstum erforderlich ist. Dies ist ein dauerhafter, mehrjähriger Treiber, der Quanta vor einer allgemeinen Konjunkturabschwächung schützt.

Das Untergrund-Segment belastete 2024 die Marge (3,6% im 4. Quartal 2024), konnte aber erfolgreich neu positioniert werden. Im 4. Quartal 2025 erzielte es eine operative Marge von 7,7% bei einem Umsatzanstieg von 21%. Diese Erholung ist von entscheidender Bedeutung, da sie das Segment von einem Belastungsfaktor zu einem Gewinnbringer macht und die Ertragskraft über das Elektro-Segment hinaus diversifiziert.

Das Segment “Electric Infrastructure Solutions” bleibt der Motor, hat jedoch mit Effizienzproblemen zu kämpfen. Trotz eines Umsatzsprungs von 19,4% stieg das Betriebsergebnis nur um 6,5%, wodurch die Margen im Jahresvergleich um 130 Basispunkte auf 10,8% zurückgingen. Hier muss sich zeigen, ob das geringere Margenprofil auf neue Megaprojekte zurückzuführen ist oder auf (vorübergehende) Reibungsverluste aufgrund der Übernahme von Tri-City/Wilson. Für diese Übernahme hatte Quanta hat im 4. Quartal rund 1,73 Mrd. USD  aufgewendet, wodurch zwar die Hochspannungs- und Anlagenkapazitäten erweitert, aber auch die Herausforderungen für die Integration im Jahr 2026 erhöht wurde.

Das bereinigtes EBITDA stieg im 4 Quartal 2025 auf 845,3 Mio. USD und damit um 15% ggü. Vorjahr. Trotz solider Entwicklung blieb es hinter dem Umsatzwachstum von 20% zurück, was den Margendruck im Segment Electric widerspiegelt. Der Free Cashflow stieg auf 946,4 Mio. USD, angetrieben durch einen operativen Cashflow von 1,13 Mrd. USD. Diese starke Cash-Generierung rechtfertigt die aggressiven M&A-Ausgaben.

Starke Prognose für 2026: Das Management zeigt sich zuversichtlich und geht von starken Zuwächsen aus, das durch einen “generationsübergreifenden Investitionszyklus” in Rechenzentren und die Modernisierung des Stromnetzes angetrieben wird. Der Umsatz soll 2026 zwischen 33,25 und 33,75 Mrd. USD liegen, wobei der Mittelwert ein Wachstum von rund 17,6% gegenüber dem 2025er Wert darstellt. Der bereinigte Gewinns je Aktie soll sogar um 21 % auf 12,65 bis 13,35 zulegen. Dies signalisiert, dass das Management eine Stabilisierung oder Ausweitung der Margen und einen sofortigen Gewinnbeitrag durch Fusionen und Übernahmen erwartet.

Der Free Cashflow für das Geschäftsjahr 2026 soll zwischen 1,55 und 2,05 Mrd. USD liegen und damit stabil bleiben – trotz deutlich höherer Gewinne. Dies spiegelt den höheren Bedarf an Betriebskapital wider, um den massiven Umsatzanstieg zu finanzieren, und dürfte sich sich allmählich wieder “beruhigen”.

Meine Einschätzung: KI-Rechenzentren sind ein gewaltiger Wachstumsmotor, aber sie benötigen vor allem Energie. Der Anteil von Rechenzentren am Gesamtstromverbrauch der USA soll von 4,4% in 2023 auf 10% in 2028 ansteigen. Und diese Energie muss nicht nur produziert, sondern auch zu den Rechenzentren transportiert werden. Quanta Services ist hier der Marktführer und profitiert enorm. Der Aktienkurs folgt dabei “nur” den Geschäftszahlen – und solange Quanta nicht Umsatzwachstum über Profitabilität stellt, sollte die Entwicklung sich ungebremst fortsetzen.

Comfort Systems USA: Einfach immer cooler

Auch Comfort Systems wusste mit seinen Quartalszahlen zu überzeugen: der GAAP-Gewinn je Aktie übertraf mit 9,37 USD die Erwartungen von 6,75 USD um deutliche 2,62 USD, während der Umsatz mit 2,65 Mrd. USD um 310 Mio. USD über den Schätzungen lag; auf Jahressicht lag das Umsatzwachstum bei atemberaubenden +41,7%. Und das ist keine Momentaufnahme, sondern ein Trend, denn der Auftragsbestand explodiert geradezu auf 11,94 Mrd. USD (von 9,38 Mrd. USD im Vorquartal und 5,99 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum).

Der Auftragsbestand auf vergleichbarer Basis (also ohne Berücksichtigung von Akquisitionen) stieg ebenfalls von 5,99 Mrd. USD auf 11,58 Mrd. USD und das zeigt, dass das Wachstum nicht nur aus zusätzlichen Kapazitäten resultiert, sondern dass die Nachfrage auch innerhalb des bestehenden Geschäftsvolumens steigt. Der auf Jahressicht annähernd verdoppelte Auftragsbestand auf vergleichbarer Basis deutet darauf hin, dass die Nachfrage breit angelegt ist und verringert das Risiko, dass es sich um ein einmaliges Wachstum handelt.

Aber wie teuer wird das Wachstum erkauft? Tja, die Bruttomarge stieg von 23,2% auf 25,5%, während die operative Marge von 12,1% auf 16,1% hochschnellte. Der operative Hebel funktioniert also perfekt, denn im Gegenzug sanken die Vertriebs- und Verwaltungskosten als Prozentsatz des Umsatzes von 11,1% auf 9,4%. Am Ende ergab dies eine Nettomarge von 12,5% und die Margenausweitungen belegen eindrucksvoll die Preisgestaltungsmacht und die Fähigkeit, Inflationsdruck an die Kunden weiterzugeben.

Eindrucksvoll ist auch der operative Cashflow, der im Quartal von 210,5 Mio. USD auf 468,5 Mio. USD anschwoll. Als Folge legten die Barmittel von 549,9 Mio. USD auf 981,8 Mio. USD zu und erreichten damit einen neuen Rekordwert. Die langfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf magere 139,0 Mio. USD, während die kurzfristigen Verbindlichkeiten schwindsüchtige 6,1 Mio. USD betragen. Das Unternehmen verfügt also über eine massive Netto-Cash-Position, und dieser Liquiditätspool bietet maximale Flexibilität für zukünftige strategische Akquisitionen  – oder Ausschüttungen an die Aktionäre. Und die Dividende wurde soeben um 16,7% kräftig angehoben von 0,60 auf 0,70 USD je Aktie.

Meine Einschätzung: Das Wachstum ist in eine neue Phase eingetreten mit einem vierteljährlichen Cashflow von über 400 Mio. USD und einem Nettogewinn, der erstmals die Schwelle von 1 Mrd. USD überschritten habe. Was gleich geblieben ist, ist die konservative Disziplin des Unternehmens angesichts einer beispiellosen Nachfrage. Daher wächst Comfort Systems nicht nur rasant beim Umsatz, sondern kann dabei auch noch seine Margen ausweiten. Das ist der stärkste Beweis für Preissetzungsmacht und rechtfertigt weiter steigende Aktienkurse, selbst bei einer sich erhöhenden Bewertung.

Alles in allem  haben meine Unternehmen in der letzten Woche also stark abgeliefert und das zeigt sich auch an der Kursentwicklung.


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