Die Blockade der Strasse von Hormuz durch den Iran sorgt weiter für Turbulenzen bei den Ölpreisen. Darauf will die IEA nun reagieren. Für Unsicherheit sorgen Berichte über Seeminen in der Meerenge.
Tankstelle im US-amerikanischen Alexandria, Virginia: An den Zapfsäulen steigen die Benzinpreise wegen der höheren Ölpreise.
Aashish Kiphayet / Imago
Die Internationale Energieagentur (IEA) plant die grösste Freigabe von Ölreserven in ihrer Geschichte, um den Anstieg der Ölpreise zu bremsen. Dies berichtet das «Wall Street Journal». Der Krieg von USA und Israel mit dem Iran hat die Ölpreise stark steigen lassen und sorgt für hohe Schwankungen an den Märkten für Öl und Gas.
Laut dem Bericht soll das Volumen der freigegebenen Ölreserven dasjenige aus dem Jahr 2022 übersteigen, als Russland die Ukraine angegriffen hatte. Damals hätten die 32 IEA-Mitgliedsstaaten Reserven in der Höhe von 182 Millionen Fass auf den Markt gegeben, schrieb das «Wall Street Journal» weiter. Der Vorschlag sei auf einem Treffen von Vertretern von IEA-Mitgliedsländern am Dienstag diskutiert worden. Die 1974 zum Vorgehen gegen die damalige Ölkrise gegründete IEA verfügt über strategische Ölreserven und kann damit in den Ölmarkt eingreifen.
Starke Schwankungen bei den Ölpreisen
Die historische Freigabe von Ölreserven soll nun dazu beitragen, die Lage am Ölmarkt zu beruhigen. Am Mittwochmorgen lag der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent bei rund 88 Dollar. In den vergangenen Tagen waren die Preise für Öl stark geschwankt. Am Montagmorgen war der Preis für Brent-Öl sprungartig bis auf fast 120 Dollar gestiegen, um dann wieder stark nachzugeben. Am Dienstag waren die Ölpreise um 8 Prozent gefallen.
Der Hauptgrund für die Unsicherheit am Ölmarkt ist die Blockade der Strasse von Hormuz. Diese Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist für den globalen Handel von Öl und Gas von grosser Bedeutung. Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs ist der Schiffsverkehr durch diese Wasserstrasse praktisch eingestellt.
Am Dienstag hatte eine Mitteilung des US-Energieministers Chris Wright auf der Plattform X zunächst für Erleichterung gesorgt. Er hatte geschrieben, die US-Marine habe einen Öltanker durch die Strasse von Hormuz geleitet. Karoline Leavitt, die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, dementierte dies allerdings anschliessend.
Berichte über Seeminen in der Strasse von Hormuz
Für Nervosität sorgten auch Berichte, iranische Seestreitkräfte hätten Seeminen in der Strasse von Hormuz verlegt. Trump drohte dem iranischen Regime auf der Plattform «Truth Social»: «Falls der Iran Minen in der Strasse von Hormuz platziert hat (…), wollen wir, dass diese sofort entfernt werden.» Würden etwaige Minen nicht unverzüglich entfernt, müsse der Iran mit militärischen Konsequenzen in nie da gewesenem Ausmass rechnen. Später teilte das US-Militär mit, am Dienstag in der Strasse von Hormuz einige iranische Boote ausgeschaltet zu haben. Darunter befanden sich auch 16 Minenleger.
Hinzu kam am Mittwochmorgen die Meldung, wonach ein Handelsschiff vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate von einem Geschoss getroffen und beschädigt worden sei. Dies teilte die britische Behörde United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) mit. Zuletzt wurden in der Region immer wieder Schiffe beschossen.
Die US-Regierung versucht seit Tagen, die angespannte Stimmung an den Finanzmärkten zu beruhigen. So hat Trump angekündigt, die US-Marine werde Schiffe durch die Strasse von Hormuz eskortieren. Dies ist bisher aber noch nicht passiert. Zudem sind auch die Kosten für die Versicherung von Schiffen, die durch die Strasse von Hormuz fahren, stark gestiegen. Trump hatte gesagt, die US Development Finance Corporation (DFC) werde Versicherungsschutz und Garantien «zu einem sehr vernünftigen Preis» offerieren. Am Versicherungsmarkt herrschte aber Unklarheit darüber, wie dies erfolgen soll.
An Tankstellen in den USA und Europa machen sich die gestiegenen Ölpreise derweil bemerkbar. Die Benzinpreise sind bereits deutlich gestiegen. Dies sorgt für Unzufriedenheit in der Bevölkerung, was Trump mit Blick auf die Zwischenwahlen im November dieses Jahres sehr ungelegen kommt.
Mehr folgt

