“Der Kauf in einem steigenden Markt ist die angenehmste Art, Aktien zu kaufen” lehrt uns Jesse Livermore. Er spielt damit auf unsere Psychologie an, die auf schnelle Belohnungen schielt und vor Kritik und Rückschlägen zurückschreckt. Anleger möchten sofortige Erfolge und hoffen, dass ihre Aktien direkt nach ihrem Kauf in den Steigflug übergehen. Doch so läuft der Hase meistens nicht.
In einem Börsenumfeld, wie es zurzeit vorherrscht, mit kräftigen Kursabschlägen und Kurseinbrüchen nach vermeintlichen und wirklichen Enttäuschungen bei den Quartalszahlen und Angst vor Disruption durch KI, bestimmt Angst das Geschehen, nicht Rationalität. Viele Aktien erleiden heftige Kurseinbrüche, auch wenn die Börsen insgesamt nahe ihrer Allzeithochs notieren, und wir nehmen über einen längeren Zeitraum auftretende Kursverluste irgendwann beinahe fast schon als körperliche Schmerzen war – gerade auch weil das so viele Jahre Erfolg bringende Mantra “buy the dip” nicht mehr zu funktionieren scheint in diesem Umfeld.
••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus April 2024

