Krieg in Iran: Asiens Märkte brechen ein, Energiepreise könnten explodieren


Anleger reagieren auf den Krieg in Iran. Donald Trump verspricht Begleitschutz für Öltanker. Das reicht vorerst aber nicht für eine Beruhigung.

Die USA haben Öltankern in der Strasse von Hormuz Schutz versprochen.

Reuters

Zu Wochenbeginn zeigten sich die Investoren vom Krieg in Iran noch betont unberührt. Nun ändert sich das Bild. Erste Hoffnungen auf ein rasches Ende des Krieges schwinden. In der Schweiz gaben die Börsenkurse am Dienstag stark nach. Am Mittwoch startete der SMI jedoch positiv in den Handel und konnte um rund 0,7 Prozent zulegen.

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Anders in Asien. Hier sackten die Märkte zwischendurch regelrecht ab. In Südkorea verlor der Kospi-Index 12 Prozent, in Japan büsste der Nikkei 225 rund 3,8 Prozent ein. Beide Länder sind sehr stark von Öl- und Gasimporten abhängig, das hat zu starken Ausschlägen an den Börsen geführt.

In Japan fliessen mehr als 90 Prozent der Öleinfuhren durch die Strasse von Hormuz. Diese kann wegen des Krieges der USA und Israel gegen Iran aktuell nicht passiert werden. Die Strasse von Hormuz ist das entscheidende Nadelöhr in diesem Krieg. Knapp ein Fünftel des weltweiten Angebots an Öl- und Flüssiggas werden durch die Strasse von Hormuz transportiert.

Donald Trump hatte gestern in Aussicht gestellt, dass die Vereinigten Staaten mit ihrer Marine Öltanker durch die Strasse eskortieren wollen. Zudem wollen die USA auch Versicherungsgarantien für die Schiffe bereitstellen. Auf diese Weise soll die freie Zirkulation von Energie in der Welt sichergestellt werden – «komme was wolle», schrieb der amerikanische Präsident auf seinem Nachrichtendienst Truth Social.

Furcht vor steigenden Preisen

Nach dieser Ankündigung ging der Ölpreis leicht zurück. Am Mittwoch Vormittag zeigten sich die Reedereien jedoch skeptisch. Mit seinen Versprechen würde Trump das Problem nur teilweise lösen, niemand würde sich auf einen Transport einlassen, das Verlustrisiko sei einfach zu hoch, zitiert Bloomberg einen Anwalt, der auf die Branche spezialisiert ist.

Für die Analysten von RBC Capital Markets ist es angesichts der laufenden US-Militäroperation eine Schlüsselfrage, ob überhaupt genügend Kriegsschiffe für die Angriffe auf Iran und das Eskortieren der Tanker vorhanden sind.

Der Ölpreis ist am Mittwochmorgen denn auch wieder etwas gestiegen. Mit rund 83,90 Dollar pro Barrel kostet die Sorte Brent aber klar weniger als die 85 Dollar, die gestern dafür verlangt wurden.

Für Donald Trump sind steigende Energiepreise ein wichtiges Thema – vor allem im aktuellen Wahljahr. Marktteilnehmer sprechen bereits von «Warflation», dass der Krieg im Nahen Osten zu steigenden Preisen führen könnte. Donald Trump fürchtet die politischen Folgen. Steigt die Inflation und damit die Konsumentenpreise, könnte ihm das Stimmen kosten.

Dauer der Blockade ist entscheidend

An den amerikanischen Börsen haben die grossen Indizes am Dienstag ihre Verluste im Tagesverlauf eingedämmt, sie schlossen aber alle tiefer. Der S&P 500 büsste 0,94 Prozent ein, für den Nasdaq ging es um 1,09 Prozent nach unten und der Dow Jones schloss mit einem Minus von 0,83 Prozent.

Ausschlaggebend für die weitere Entwicklung wird sein, wie lange die Strasse von Hormuz blockiert bleibt. Aktuell sind die Lagerbestände für Rohöl gut gefüllt und das milde Wetter in Europa sorgt dafür, dass nicht übermässig viel Energie verbraucht wird.

Bleibt die Blockade länger, wird es aber knapp. Laut einer Einschätzung von Raiffeisen Economic Research könnte dann auch die Konkurrenz zwischen den einzelnen Weltregionen um Rohöl steigen.

Mehr folgt.


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