Panik an den Märkten: Die Erdölpreise schiessen über die 100-Dollar-Marke


Das Kampfgeschehen der vergangenen Tage im Nahen Osten hat erhebliche Folgen für den Erdölmarkt. Doch auch an den Aktienmärkten reagieren Anleger sehr besorgt auf die möglichen Folgen des Krieges.

Rauchwolken über Öltanks nordwestlich von Teheran: Die Vorräte wurden bei einem israelisch-amerikanischen Angriff am Wochenende getroffen.

Imago

Der wirtschaftliche Albtraum wird wahr: Rund eine Woche nach Beginn des Iran-Krieges schiesst der Erdölpreis durch die Decke. Am Montagmorgen stieg sowohl der Preis für die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) als auch für die europäische Sorte Brent weit über die 100-Dollar-Marke.

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WTI stieg zeitweise um bis zu 25 Prozent auf 119 Dollar pro Fass. Die Sorte Brent schoss in ähnlichen Ausmass nach oben. Zuletzt hatte der Erdölpreis im Jahr 2022 über der Schwelle von 100 Dollar gelegen, nachdem Russland die Ukraine überfallen hatte.

Der starke Anstieg der Erdölpreise sorgte für einen Einbruch der asiatischen Aktienmärkte. Der japanische Nikkei-Index und der koreanische Kospi-Index lagen zeitweise rund 8 Prozent im Minus, konnten ihre Verluste im Handelsverlauf jedoch etwas begrenzen.

Damit wird ein Szenario wahr, das manche Beobachter direkt nach Ausbruch des Krieges befürchteten. Allerdings hatten die Erdölmärkte Anfang vergangener Woche noch mit vergleichsweise verhaltenen Anstiegen auf den Kriegsbeginn und die dadurch stark gestiegene Unsicherheit reagiert. Damit ist es nun vorbei. Bereits am Freitag hatte der Preis für die Sorten Brent und WTI zweistellig zugelegt.

Am Wochenende gingen dann Bilder von getroffenen Erdöltanks um die Welt. Dabei hatte unter anderem Israel Erdölvorräte des Iran erfolgreich angegriffen. Zugleich beschoss der Iran fortdauernd Nachbarstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Kuwait. Einige Länder kündigten deshalb die Drosselung der Erdölproduktion an, unter anderem Kuwait. Das Land ist der fünftwichtigste Produzent im Erdölkartell Opec.

Darüber hinaus ist die Strasse von Hormuz, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet, weiterhin kaum passierbar. Sie ist eine Lebensader der globalen Ölversorgung. Rund 20 Prozent der weltweit geförderten Ölmenge werden durch diese Meerenge zwischen Iran und den VAE transportiert (s. Grafik). Die Zielländer des Erdöls aus dieser Region sind vor allem China, Indien, Südkorea und Japan.

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